"Was uns am Leben erhält, kann uns auch krank machen"

Diese oft zitierte Weisheit des Hippokrates (460 - 370 v. Chr.) gilt nicht nur für den Menschen. Auch der Pferdekörper wird über Jahre hinweg mit Stoffen belastet, die dem Verdauungsapparat des Pferdes nicht angemessen sind. Dies können stark belastete oder unausgewogen zusammengesetzte Nahrungsmittel sein, die den Stoffwechsel überfordern und langfristig zu einer Veränderung der Darmflora führen, der mit einem Vitalstoffmangel einhergeht.

Der Gesamteindruck des Pferdes gibt zahlreiche Hinweise auf den Zustand des Darms. Dem ungeübten Auge erscheinen jedoch gerade die (zu) gut im Futter stehenden Pferde oft als „pumperlg'sund“. Obwohl der Organismus vielleicht schon auf dem besten Weg ist, Gewebeübersäuerung, erhöhte KPU-Werte oder gar Krankheiten wie EMS oder Cushing zu entwickeln, die allesamt ihren Ausgang im gestörten Stoffwechsel nehmen. Aber auch ein allmählich schlechter werdender Allgemeinzustand oder einfach ein gewisses Alter erfordern manchmal ein „Reset“ für den Stoffwechsel. Daneben können zahlreiche Symptome wie Kotwasser, Hautprobleme, Allergien, Atemwegsprobleme, Sommerekzem, Mauke, schlechtes Hufwachstum oder mangelhafte Hornqualität, häufige Hufgeschwüre, Reheschübe (siehe Huforthopädische Aspekte), Gallen, schlechter Fellwechsel, glanzloses Fell, Probleme mit der Muskulatur (siehe Dorntherapeutische Aspekte) u.a.m. auf ein gestörtes Stoffwechselgeschehen hinweisen.

Der gesamte Gastro-Intestinaltrakt muss voll funktionsfähig sein, um seine Rolle als zentrales Ausgangsorgan für die gesamte Zellernährung erfüllen zu können. Dies sollte die Grundlage einer Optimierung der täglichen Vitalstoff- und Futterration sowie Begleitung jeder weiterführenden Behandlung sein.

Und so schließt sich denn - wiederum mit Hippokrates - der Kreis:
„Eure Nahrungsmittel sollen Eure Heilmittel, und Eure Heilmittel Eure Nahrungsmittel sein.“

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© Ulrike Steidle